Zur Person

Vita und mehr

Bastian Kopp wurde in Zürich geboren. Er wuchs in Zürich und bei Düsseldorf auf. Im Alter von fünf Jahren begann er seine klassische Klavierausbildung. Während der Studienzeit arbeitete er als Galapianist und spielte in diversen Rock- und Jazzformationen, wobei er neben dem Spiel an Klavier, Hammond und Rhodes auch als Gitarrist, Komponist und Arrangeur in Erscheinung trat. Erstes Airplay erreichte er Ende der Neunziger Jahre mit „Cold Turkey“ auf Viva2. Es folgten Auftragsarbeiten für andere Künstler: CD-Einspielungen, Kompositionsarbeit und Arrangeurtätigkeiten, sowie Auftritte in Film und Funk, beispielsweise im Fernsehfilm „Bloch: Tod eines Freundes“ (WDR/SWR, 2009).

Bastian Kopp, der Sänger und Liedbegleiter: Seit einigen Jahren tritt Bastian Kopp solistisch („Kopp spielt Kreisler“) und in Ensembles auf deutschsprachigen Bühnen auf. Seine Herangehensweise, die Stücke allesamt auswendig zu spielen, und seine Bühnenpartner trotz einfühlsamster Begleitung nie aus dem Auge zu verlieren, hat ihn zu einem bundesweit gefragten Klavierbegleiter gemacht.

So, oder so ähnlich, schreibt man es in offizelle Verlautbarungen. Und nichts ist erfunden, alles trifft zu, Sie können es also getrost und gerne kopieren. Tatsächlich muss ich gestehen: Ich habe gar keine Biographie. Wie so viele Künstler habe ich eine Vita, und der obige Teil beschreibt nur den musikalischen Werdegang. Ich war nie auf einem Konservatorium. Tatsächlich war mein Weg zum erfolgreichen Pianisten nicht so geradlinig. Man kann auch sagen, dass ich immer schon gerne querfeldein ging - was mich meinem Ziel schon von Beginn an näher brachte, als die eventuellen, vorgegebenen Pfade.

Ein alternativer Lebenslauf. Fangen wir irgendwo an: Mutter Holländerin, Vater Schweizer. Dreisprachig aufgewachsen. Frühe Kindheit in Zürich verbracht, dann aufgewachsen in Hilden bei Düsseldorf. Grundschule wie jeder. Das Gymnasium allerdings habe ich kurz vor dem Ende verlassen (da spielte ich schon seit 14 Jahren Klavier). Darauf folgte eine Ausbildung zum Holzblasinstrumentenmacher. Genaugenommen Klarinettenmacher, aber so heißt der Beruf nicht, weil es leider auch Blockflöten gibt. Früher nannte sich der Berufszweig "Holzblasmusikinstrumentenmacher", aber man wollte es lieber kurz, daher entfernte man die Musik und nennt uns Gelehrte nun "Holzblasinstrumentenmacher".

Mit der Musik entfernte auch ich mich aus diesem Beruf und holte mein Abitur nach. Ein Abitur brauchte ich, denn ich wollte Biologie studieren. Ich stamme aus einem naturwissenschaftlichen Elternhaus und war immer schon sehr interessiert. Also legte ich ein ordentliches Abitur ab und studierte Biologie. Aber so interessiert ich war, so erfolglos war ich auch. Die Scheine flogen immer nur den anderen, jüngeren und fleißigeren Studenten zu, aber nicht mir (ich verbrachte ja manchen Abend als Barpianist in diversen Lokalen...).

Irgendwann beschloss ich, die Reißleine zu ziehen. Ich befand, das ich mich zu lange mit brotloser "WuBastian Kopp Begleiternst" beschäftigt hatte. Mir war klargeworden: Man kann seine Zeit vertrödeln - oder man wird endlich vernünftig und spielt Klavier. Also brach ich mein Biologiestudium ab und wurde erst einmal arbeitslos.

Den darauf folgenden Hartz IV-Teil würde ich gerne überspringen. Aber das SystemTM wollte es so, und so gehört es denn auch in eine aufrechte Vita hinein. Anfangs schlug ich mich pianistisch mit Gelegenheitsjobs durch, die erspielten Honorare wurden von den Leistungen abgezogen, bzw. umgekehrt. Einen Gründungszuschuss erhielt ich als freischaffender Klavierspieler nicht, weshalb ich mir jede Investition, jede Demo-CD, jede einzelne Briefmarke vom Mund absparen musste. Und so dauerte es ein Weilchen, bis ich endlich den Ballast abwerfen und mich als Pianist freischwimmen konnte.

Das ist ein Teil der Vita, der üblicherweise nicht im Programmheft abgedruckt wird. Aber hier darf er erzählt werden, denn nur auf diese Weise wurde aus dem Pianisten, der ich all die Zeit immer schon war, der Pianist, der ich heute bin. Growing by doing.


Meine Vita ist eine Vita mit Brüchen und Abwegen: Ich habe ein Handwerk erlernt, eine Naturwissenschaft studiert und bin folgerichtig Künstler geworden - besser: geblieben. Und nie würde ich all diese Erfahrungen missen wollen. Auf einem Konservatorium hätte man mir nichts von alledem beigebracht. Gespielt habe ich dennoch jeden Tag.

So ist es: 35 Jahre habe ich allen anderen Ambitionen und Unbillen zum Trotze vom Klavierspielen nicht lassen können. Es ist eine Lebensaufgabe: Es ist mir die größte Freude, und ein Ende ist nicht abzusehen.

Georg-Kreisler-Forum

Mitte 2010 habe ich das Georg-Kreisler-Forum übernommen. Als Kreisler-Interpret und langjähriges Mitglied dieses Forums liegt es mir am Herzen, dass dieser einzigartige Anlaufpunkt für Kreislerliebhaber und praktizierende Künstler weiterhin bestand hat. Nachdem Georg Kreisler 2011 gestorben ist, scheint es mir um so wichtiger, diesen anarchischen Flecken Internet zu pflegen und ihn mit Leben zu füllen. Das Forum scheint mir seit Kreislers Tod wertvoller denn je. Wenn Sie Sich für Georg Kreislers Werk interessieren, wenn Sie anderswo politisch anecken, ihren eigenen Kopf haben und Ihren Mund aufmachen, sind Sie herzlich eingeladen, im Kreislerforum vorbeizuschauen.

Auch wenn Sie- wie viele- über eine Notensuche auf meine Seiten gelangt sind (Google listet meine Seiten seit Jahren für diese Suche viel zu hoch, ich verstehe nicht, warum), möchte ich Ihnen das Kreislerforum als eine mögliche Anlaufstelle empfehlen. Gehosted wird dort zwar nichts, aber vielleicht können Sie einen hilfreichen Kontakt knüpfen. Zu Kreisler-Noten aber mehr in einem eigenen Artikel, den ich unter dem Eindruck der Anfragen vor einigen Jahren geschrieben habe.

 

Zu Kreisler-Noten

Bastian Kopp Schluck

Da ich oft E- Mails von Sängerinnen und Sängern bekomme, in denen ich gefragt werde, ob ich die Kreislerlieder, die ich in meinen Programmen spiele, auch in Notenform vorliegen hätte und ergo beisteuern könnte (schließlich ginge es um eine goldene Hochzeit der Frau Schwiegermutter oder ähnliches...), möchte ich Folgendes einmal erklären:

Ich habe wirklich großes Verständnis dafür, dass man sich im Kreise umhört, ob nicht ein anderer sich schon diese Arbeit gemacht hat. Schließlich weiß ich aus eigener Erfahrung, dass das Heraushören mancher Stücke eine echte Heidenarbeit sein kann. Erst recht, wenn man eine zerkratzte Mono- Aufnahme vorliegen hat, auf der eindeutíg ein Cembalo, drei Vibraphone und ebensoviele Eierschneider zu hören sind: Da grenzt das Heraushören regelrecht an Folter. Und ich verstehe sehr gut, dass sich niemand gerne selbst foltert. Wofür hat man ja schließlich einen Pianisten...

Ich habe natürlich auch Verständnis dafür, dass man als Sänger oder Sängerin nicht zwingend die Übung hat sich an ein unbekanntes Gerät zu setzen, dann an diesem Gerät die Musik, die man gerade hört, zu erarbeiten, und das Gehörte auch noch an ebendiesem Gerät umzusetzen. Als Sängerin muss man das alles auch gar nicht können, wofür hat man ja schließlich einen Pianisten...

Ich verstehe ebenso, dass man aber auch den Pianisten nicht noch mit der Bitte belangen möchte, sich die Stücke selbst herauszuhören. Am Ende will er noch Geld dafür. Und man zahlt ihm ja schon eine Gage, möglicherweise gar ein Probenhonorar und einen Kaffee beim Griechen. Wenn man dann auch noch die Zeit bezahlen soll, die er braucht um sich zu foltern, reicht das Budget für Mutters Buffet nur noch für eine Schüssel Eiersalat und ein paar Butterkekse. Ich bin voll und ganz Ihrer Meinung, dass das niemals im Sinne einer goldenen Hochzeit sein kann; da sind wir uns einig.

Ich fasse zusammen: deswegen (oder aus einem ähnlichen Grunde) werden also Noten gesucht. Wie Sie sehen, habe ich das Problem in all seinen Einzelheiten erkannt. Ich strotze regelrecht vor Verständnis, denn es ist mir nicht fremd. Das Dumme ist nur: es nützt nichts, denn: ich habe gar keine Noten.

So ist es. Ich habe nie eines der Stücke notiert und kann Ihnen daher beim besten Willen nichts zuschicken. Selbst wenn ich es wollte, könnte ich Ihnen nichts zuschicken. Doch auf der Seite http://www.georgkreisler.info/noten.html finden Sie es eine kleine Auswahl von Noten. Und einige Lieder sind in den Notenbänden enthalten, die bei http://www.kip-media.de/ erschienen sind. Dies sind- soweit ich das überblicke- die verlässlichsten Notenquellen; viel mehr gibt es anscheinend nicht. Als Geheimtip: Den ein oder anderen soll schon eine Notenanfrage im Georg-Kreisler-Forum weitergebracht haben. In diesem Forum tummeln sich einige Künstler, vielleicht haben Sie ja dort Erfolg. Mehr fällt mir da leider nicht ein. Ich hoffe, dass ich habe helfen können.

Es war mir ein Bedürfnis. Nun liegt es in Ihrer Hand und ich wünsche Ihnen bei der Notensuche, sowie dem Auftritt, viel Erfolg. Ich will Ihnen da gewiss nicht hineinreden, Sie müssen schließlich selbst wissen, was Ihnen Ihre Schwiegermutter wert ist.

Meine besten Wünsche.

 

Bastian Kopp in "Bloch: Tod eines Freundes" (youtube)

Bastian Kopp Dieter Pfaff
Gemeinsam mit Dieter Pfaff. Youtube: Bastian Kopp in "Bloch" Foto © WDR/SWR 2009

Bastian Kopp in der Internet Movie Database: IMDb

 

Bastian Kopp im Interview: WDR5 - ZeitZeichen zum 90. Geburtstag Georg Kreislers

YouTube logoAm 18.07.2012 wäre Georg Kreisler 90 Jahre alt geworden. Zu seinen Ehren sendeten die Hörfunkprogramme des WDRs ein ZeitZeichen. Darin ein längeres Interview, das ich ein paar Wochen zuvor Daniela Wakonigg gegeben hatte.
Youtube: ZeitZeichen: Georg Kreisler

Kopp über Kopp

"konstanter
gescheiter
charmanter
Begleiter."

(Ein lichter Moment in Berlin, 2006)

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